Der erste Lauf

Nachdem ich bei DIMA meine ersten Lauferfahrungen sammeln durfte, hat mich der Ehrgeiz gepackt.
Manche nennen es übertreiben, ich nenne es mich selbst antreiben.
Steirerkren Sonnwendlauf

Klingt gut, dachte ich mir, sehr gut, und es sind auch nur 4 km.
Na ja, um es ganz korrekt zu beschreiben, es waren 4,22 km. Die 0,22 km habe ich ausgeblendet, was ein riesengroßer Fehler war, wie sich später herausstellte.
Nachdem ich ja quasi noch voll im Training und vor allem top motiviert war, habe ich mich spontan zu diesem Lauf angemeldet.

Ich fuhr alleine nach Feldbach. Es war zu dem Zeitpunkt noch nicht fix ob mein Mann mit den Kindern nachkommen würde.
Aufgeregt wie immer habe ich die Stimmung auf mich wirken lassen.
Im Kopf immer wieder der Satz: Lauf ja nicht zu schnell weg, lauf ja nicht zu schnell weg.
Da war er dann, der Start, und was habe ich gemacht, ich bin gerannt! Aber so richtig, also für meine Verhältnisse eben.
Nach noch nicht mal einem Kilometer wurde mir aber sehr schnell bewußt, dass ich eine 5er Pace niemals 4 km durchhalten würde.
Also bremste ich mich runter auf 6:30 und selbst da war klar, das dies nicht funktionieren würde.
Ich versuchte einfach ganz tapfer unter 7 zu bleiben und dachte immer wieder: es sind nur 4 km, das schaffst du.
Mein Plan war, 500 m vor dem Ziel zu sprinten und eventuell noch den einen oder anderen zu überholen.
Als sich auf der Garmin dann langsam die 3,5 km näherten begann ich übermütig schneller zu werden.
Ich sprintete los und hoffte auf ein baldiges Brummen der Uhr um die 4km abzuschließen.
Da, endlich, es vibrierte auf meinem Handgelenk, 4km!!!! ABER - wo war das Ziel???
Verdammte Sch..... ich hatte die 0,22 vergessen!!!!
Kann sich irgendwer vorstellen wie lange 200 Meter sind, wenn du nicht mehr kannst???
Mein  Kopf pochte und ich wollte stehenbleiben, als plötzlich mein Mann meinen Weg kreuzte. Er sagte nur: lauf Baby, lauf einfach! Und er lief neben mir her.... einfach so. Aber zum Nachdenken fehlte mir die Kraft.
Mir wurde schwindlig und übel und der blöde Zielbogen wollte und wollte nicht näher kommen.
Und dann, in dem Moment als ich mich einfach nur fallen lassen wollte, hörte und sah ich meine Kinder.
Alle drei standen beim Zielbogen und riefen und feuerten mich an.
Ich mußte durch diesen verdammten Zielbogen. Meine Kinder konnte ich nicht enttäuschen und so mobilisierte ich irgendwie noch irgendwelche Kraftreserven und lief durchs Ziel.
Wahnsinn, ich hatte es doch geschafft und war wirklich fix und fertig.
Und da baumelte sie nun um meinen Hals, meine erste Finisher Medaille, ich war überglücklich und stolz!



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