Vienna City Marathon 7. April 2019

Ankommen in Wien am 6. April 2019 im Arcotel Kaiserwasser, direkt neben dem Start fĂŒr morgen.
Wahnsinn, bin ich aufgeregt!!!
Next Stop => Expo, Startnummer ausfassen und danach ab auf die Pasta Party im RathausÂ Â đŸ˜ŠđŸ€©

Wahnsinn, jetzt ist es also vorbei. 

Was fĂŒr ein Erlebnis.

Alles hat so gut begonnen, es hat solchen Spaß gemacht! 

Insidertip: 1km geht leicht bergauf, also ja nicht zu schnell weglaufen. Klar, die Stimmung, die vielen Menschen, alles verleitet dazu mit der Masse los zu fetzen, aber ich habe mich an diesen Tip gehalten.
Immer wieder habe ich auf meine geliebte Garmin geschaut um ja nicht unter die abgemachte 8er Pace zu kommen.
Dann gings leicht bergab und die ersten Zuschauer waren nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören.
Mein erstes und vor allem wichtigstes Highlight waren die vielen Kinder entlang der Strecke. Sie standen da, riefen, winkten und wollten abklatschen. FĂŒr mich war jedes Abklatschen, und glaub mir, ich habe jedes einzelne Kind dazu benutzt, wie ein Energieboost! Wie Supermario der sich seine Birne wieder und wieder bei irgendwelchen Steinen anstĂ¶ĂŸt, so kam es mir vor. Ich habe sogar jedesmal dieses "Bing" gehört.
Als sich meine Aufregung langsam gelegt hatte, mein Puls sich einbendelte und ich anfing zu genießen, ĂŒberholte ich die ersten Blitzstarter. Was fĂŒr ein GefĂŒhl!
Alles richtig gemacht, dachte ich nur.
Dann "suchte" ich mir einen Pacemaker. Eine großgewachsene Frau, ganz in schwarz gekleidet war genau richtig. Sie war zu schnell um sie zu ĂŒberholen, aber auch nicht sooo schnell um sich abzusetzen, also ganau richtig. An diese Dame hielt ich mich, ich denke es werden so ca. 5-8 Kilometer gewesen sein.
Aber plötzlich, aus heiterem Himmel, brach sie nach rechts weg, hockte sich auf den Gehsteig, zog sich die Hose runter und begann zu pinkeln. Einfach so.
Ich konnte nicht wegsehen, ich war so verwirrt das ich beinahe jemanden umgerannt hatte.
Also lies ich die Dame sich in Ruhe erleichtern und beschloß das restliche Rennen einfach nur so zu laufen.
Alles war gut, die Stimmung ein Hammer und ich mußte feststellen, das ich schneller unterwegs war, als geplant. Schön, ich war echt zufrieden und war wir nun sicher das ich das locker ins Ziel bringe.
Ich nĂ€herte mich Schloß Schnönbrunn, konnte einen Moderator hören, StaffelĂŒbergabe.
Dann hörte ich wie er sagt, das es nur mehr 6 km seien bis ins Ziel.
Und dann, ganz plötzlich, spĂŒrte ich mein Knie. Ein schmerzender Stich rieß mich aus meiner Heile-Welt-Stimmung.

Gehpause, Schmerzen..... aber nicht mal 6 km vor Schluss kann man nicht aufgeben.

Also langsam weiter, langsam, vorbei am Technischen Museum. Kurze Erinnerungsableckung. Immerhin hatte ich hier, in diesem "GrÀtzl" ein Jahr lang gelebt.
Die Mariahilferstraße runter, km 19 noch mal Gehpause, Labe.... zu diesem Zeitpunkt habe ich nicht mehr daran geglaubt. Die Schmerzen waren fast unertrĂ€glich und ich war verzweifelt. Was war richtig? Aufgeben, nach Hause fahren, in dem Wissen, es ist möglich wenn ich fit bin, oder die Schmerzen wegblenden und noch 2 km kĂ€mpfen?
Dann sah ich den Turm. Die Strecke teilte sich fĂŒr Marathon- und HalbmarathonlĂ€ufer. 1 km.... 1 verdammter Kilometer, was ist schon 1 Kilometer??!!
Dann hörte ich plötzlich meinen Namen, jemand rief meinen Namen, der Junge, der mir auf der Expo einen Tag zuvor mein T-Shirt gab, wir haben geblödelt und er war da. Er rief: "nur mehr 1km, das schaffst du!"
Eigentlich war das nicht möglich das genau er jetzt da war und mich erkannte. Vielleicht habe ich es mir auch nur eingeblidet, wer weiß das schon, aber es hat geholfen.
Den ganzen Lauf ĂŒber hatte ich mein Stirnband mit Kopfhörern auf, die Musik aber nie eingeschaltet, weil ich die Stimmung aufsaugen wollte.
Aber jetzt brauchte ich es. Ich mußte die Schmerzen ĂŒbertönen, schaltete die Musik auf Maximum ein und lief, immer weiter, bis ich den Teppich erreichte.
Die vielen Menschen haben mich ins Ziel getragen, die Anfeuerungen, abklatschen und dann war der Zielbogen in Sicht.

Unter TrĂ€nen durch ..... was fĂŒr ein Emotionsbad!!!!! 
Ich habe mich irgendwo am Rand hingesetzt und geheult, vor Schmerzen, vor GlĂŒck, vor Stolz, vor Verzweiflung, vor Traurigkeit.
Ich sah die vielen LĂ€ufer die ihren Bekannten in die Arme vielen und gemeinsam den Moment feierten.
Ich war alleine.
Es war niemand da der mich auffing, der mit mir mitweinte.
Das war einer der schönsten und zugleich fĂŒrchterlichsten Momente.
Dann schleppte ich mich mit Hilfe von 2 anderen LÀufern und Meter spÀter 2 SanitÀtern ins Zelt des roten Kreuzes.
Ich wollte nach Hause.
Nach 2 Infusionen und ein paar Tabletten fĂŒr unterwegs machte ich mich auf den Weg ins Hotel, habe dort mein stehen gelassenes FrĂŒhstick fertig gegessen und mich dann ins Auto gesetzt.

Danke an das Rote Kreuz fĂŒr die Hilfe und Versorgung danach!!!!

Evelyn Hauser, gerne hĂ€tte ich noch mit dir gequatscht, dort, in der Situation ein bekanntes Gesicht zu sehen hat mir wahnsinnig gutgetan!!!!! FĂŒr nđŸ˜˜đŸ˜˜đŸ˜˜đŸ€—

FĂŒr nĂ€chstes Jahr bin ich schon wieder angemeldet.
Ich werde wieder kÀmpfen, mit mehr Training im Vorfeld, mit noch mehr Ehrgeiz, und in dem Wissen, dass es möglich ist!
Aber eines wird sich Àndern:
Irgend jemand wird im Ziel auf mich warten und mit mir diese Emotionen teilen!



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